Theresa Schopper, Landesvorsitzende und Landtagsabgeordnete von Bündnis 90 / Die Grünen in Bayern
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Landesvorsitzende Theresa Schopper auf Gerechtigkeits-Tour im Allgäu

Dritte Station: Mehrgenerationenhaus in Memmingen und Kreisversammlung der Grünen

In Memmingen machten wir, die Kreisvorsitzende der Grünen im Unterallgäu Doris Kienle, Vorsitzender der Grünen Memmingen Wolfgang Weiss und Mitglied im Vorstand der Grünen Memmingen Stefan Liepert und ich, uns auf ins Mehrgenerationenhaus. Das Mehrgenerationenhaus in Memmingen ist ein Begegnungsraum für Jung und Alt, aber kein Dienstleister, sondern vielmehr eine Plattform. Es gibt nur zwei „400 Euro-Kräfte“, ansonsten lebt das Mehrgenerationenhaus von Ehrenamtlichen. Neben Austausch mit benachbarten Landkreisen zum Wissensaustausch ist das Mehrgenerationenhaus ein zentraler Begegnungsort, bei dem das Miteinander der Generationen aktiv gelebt wird. Jüngere helfen Älteren und umgekehrt. So gibt es zum Beispiel ein Projekt, das sich „happy kids“ nennt. Jeden Freitag besuchen junge Mädchen bis neun Jahre in der Wohngemeinschaft für Gedächtnisstörungen als „Enkelinnen“ die BewohnerInnen. Außerdem gibt es wöchentliche Spaziergangsgruppen und ein Wohnprojekt, wo mehrere Generationen unter einem Dach leben. Auch beim Thema Integration ist das Mehrgenerationenhaus aktiv: Es wird mit der örtlichen Moschee zusammengearbeitet und es werden türkische Abende geplant. Plakate gibt es in Türkisch, vor allem zum Tabu-Thema Demenz. Beim Thema Demenz sind sie sehr aktiv: Es gibt Schulungen für Laien, Betroffene und Familien, die sehr gut besucht sind, denn Demenz wirkt sich auf alle Generationen aus. Auch dort kommt wieder das Thema Gerechtigkeit auf. Familien mit Demenzkranken sind benachteiligt. Im Pflegebedürftigkeitsbegriff ist das Thema Demenz nur unzureichend berücksichtigt.

Mehrgenerationenhaus in Memmingen
Mich hat besonders interessiert, wie die Erfahrungen mit Mehrgenerationen- und Alten-WGs ist. Denn heutzutage sind familieninterne Mehrgenerationenhäuser heutzutage kaum noch möglich, da die Familien verstreut leben. Mehrgenerationen-WGs sind zwar gewünscht, aber es gibt kaum passenden Wohnraum hierfür. Auch die Frage was im Pflegefall passiert, ist nicht immer einfach. Zu Hause alte werden und trotzdem nicht alleine sein - das Mehrgenerationenhaus kann dabei einen Beitrag leisten. Kooperation und Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure sind dabei von großer Wichtigkeit. Der Termin war für mich sehr interessant, da er mir aufgezeigt hat, wie Integration und Zusammenhalt zwischen den Menschen gestärkt werden kann.

Kreisversammlung der Grünen

Abends war ich dann noch auf der Kreisversammlung der Grünen Memmingen und gab einen Einführung in das Thema Gerechtigkeit. Eine angeregte und interessante Diskussion entspannte sich über den Begriff und die verschiedenen Ausprägungen: Begonnen haben wir mit einer Debatte über das bedingungslose Grundeinkommen. Deutlich an dem Abend wurde wieder, dass es noch viele Prozesse gibt, die noch diskutiert werden müssen. Wie sollen zum Beispiel die Regelsätze aussehen, welche Zumutbarkeitsregeln gibt es? Auch auf dem Zukunftskongress am Samstag wurde das Thema lebhaft diskutiert. Die Dokumentation findet man auf der Seite des Landesverbands der Bayerischen Grünen weiter
Auch die Themen Frauenquote und Betreuungsgeld haben wir unter dem Aspekt Gerechtigkeit diskutiert. 2001 gab es eine freiwillige Selbstverpflichtung zwischen Bundesregierung und Wirtschaft, die Anzahl der Frauen in Führungspositionen auf 50 Prozent zu erhöhen. 2011 waren acht Personen von 188 Menschen in den Vorständen der DAX-Unternehmen Frauen. Das sind 4,26%. Von Gerechtigkeit kann man bei diesen Zahlen nicht sprechen. In anderen Ländern, wie zum Beispiel Norwegen, gibt es feste Quoten. Wir Grüne fordern eine 40% Frauenquote in DAX-Vorständen, um die Verteilung von Macht und Ressourcen zwischen den Geschlechtern gerechter aufzuteilen. Das von der CSU geforderte Betreuungsgeld stieß bei uns allen auf große Ablehnung, denn es zementiert alte Strukturen. Wichtig ist uns, dass jedeR selbst entscheiden kann, ob er/sie das Kind individuell betreuen möchte oder in eine Krippe kommt. Im Unterallgäu wurde die Situation der Kinderbetreuung als mangelhaft beschieden. Gerade bei Kinderkrippen gibt es lange Wartelisten. Meist sind es dann wieder Frauen, die doch bei ihren Kindern daheim bleiben. Gerade Fachkräfte suchen Städte und Gemeinde mit guter Infrastruktur. Kommunen die in dem Bereich schlechter aufgestellt sind, haben einen Wettbewerbsnachteil.

Es war eine sehr spannende und engagierte Diskussion mit dem Kreisverband Memmingen. Ich komme gerne wieder vorbei!

 

 

 
             
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